Die Frage: Wo werden die Daten verarbeitet?
In der Cloud läuft die KI auf fremden Servern – denen des Anbieters oder in eurem eigenen Cloud-Konto. Die Daten verlassen dafür euer Haus. On-Premise („vor Ort“) heißt: Das Modell läuft auf eurer eigenen Hardware, die Daten bleiben physisch bei euch. Das ist der Kern – nicht die Leistung, sondern der Ort der Verarbeitung und damit die Kontrolle.
Es ist kein Entweder-oder
Zwischen den Extremen liegen Stufen: Public Cloud (geteilte, vom Anbieter verwaltete Infrastruktur), Private Cloud (dedizierte, aber weiterhin entfernte Server), On-Premise (eigene Hardware im Haus) und Hybrid-Kombinationen. Die Wahl ist ein Schieberegler zwischen Bequemlichkeit und Kontrolle, kein Schalter.
Was das praktisch bedeutet
Datenhoheit
On-Premise gibt die maximale Kontrolle – die Daten verlassen nie das eigene Netzwerk (relevant bei strengen Vorgaben, siehe Modul 7 und 20). Cloud bedeutet Vertrauen in den Anbieter, abgesichert über Verträge (AVV) und Serverstandort.
Kosten
Cloud heißt Bezahlung nach Nutzung, keine eigene Hardware. On-Premise bedeutet hohe Anfangsinvestition in Hardware plus laufende Wartung – lohnt sich eher bei hoher, gleichmäßiger Auslastung.
Aufwand & Skalierung
In der Cloud kümmert sich der Anbieter um Betrieb und Wartung, und die Kapazität lässt sich flexibel hoch- und runterfahren. On-Premise müsst ihr selbst betreiben, und die Kapazität ist durch die vorhandene Hardware begrenzt.
Warum das für dich als Entscheider zählt
Für die meisten Unternehmen ist die Cloud der pragmatische Standard: keine Hardware, flexibel skalierbar, geringer Betriebsaufwand. On-Premise oder Private Cloud wird relevant bei strengen Datenschutz-/Regulierungsvorgaben, bei sehr hoher gleichmäßiger Auslastung – oder wenn ihr ohnehin ein offenes Modell selbst betreiben wollt (Modul 26). Auch hier ist ein Hybrid oft die Antwort: das meiste in der Cloud, das Sensible im eigenen Haus.