Was Vendor Lock-in bedeutet
Vendor Lock-in heißt: Der Wechsel zu einem anderen Anbieter ist so teuer, aufwendig oder riskant geworden, dass er praktisch nicht mehr in Frage kommt – man ist gebunden. Das ist nicht per se schlecht, aber es sollte eine bewusste Entscheidung sein, keine, in die man versehentlich hineinrutscht.
Wo Lock-in bei AI entsteht
Bei AI entsteht Bindung an mehreren Stellen: Prompts, die genau auf ein bestimmtes Modell optimiert sind; ein auf einen Anbieter feingetuntes Modell (Modul 16); proprietäre Schnittstellen und Datenformate, die sich nicht leicht mitnehmen lassen; und tief in Arbeitsabläufe eingebaute Integrationen. Je mehr davon zusammenkommt, desto höher die Wechselhürde.
Wie man Lock-in begrenzt
Vier Ansätze helfen: das Modell über eine austauschbare Zwischenschicht ansteuern, statt fest zu verdrahten (dann lässt sich der Anbieter tauschen); die eigenen Daten exportierbar und im eigenen Zugriff halten (z. B. RAG auf euren eigenen Daten, Modul 15); Prompts nicht übermäßig auf ein einziges Modell trimmen; und die Wechselbarkeit schon vor dem Start bewerten, nicht erst im Ernstfall.
Lock-in ist nicht immer schlecht
Ein gewisses Maß an Bindung ist oft ein fairer Preis für Bequemlichkeit und Leistung – ein schlüsselfertiger proprietärer Dienst spart Aufwand (Modul 26). Der Punkt ist nicht, jede Abhängigkeit zu vermeiden, sondern sie bewusst einzugehen und zu wissen, wie teuer ein Ausstieg wäre.
Warum das für dich als Entscheider zählt
Bevor ihr euch auf einen Anbieter festlegt, lohnt die Frage: Wie aufwendig wäre ein Wechsel in einem Jahr? Sind unsere Daten portabel? Das ist keine Paranoia, sondern eine bewusste Abwägung zwischen Bequemlichkeit heute und Handlungsfreiheit morgen (verwandt mit Build vs. Buy, Modul 6).