Dieselbe Architektur, verschiedene Wege
Nach dem Transformer-Durchbruch (siehe „Der Transformer: das Paper, das alles änderte“) nutzten mehrere Forschungslabore und Unternehmen dieselbe Grundarchitektur – aber mit unterschiedlichen Zielen, Trainingsdaten und Geschäftsmodellen. Daraus entstand die heutige, auf den ersten Blick unübersichtliche Anbieterlandschaft.
OpenAI: vom Non-Profit zum kommerziellen Vorreiter
OpenAI startete 2015 als gemeinnützige Organisation mit dem erklärten Ziel, sichere AI zum Nutzen der Menschheit zu entwickeln. Mit dem kommerziellen Erfolg von GPT-3 und ChatGPT verschob sich die Organisation zunehmend Richtung kommerzielles Produkt – Zugang meist nur über API/Abo, das Modell selbst bleibt proprietär (siehe „Open Source vs. proprietäre KI-Modelle: Was ist der Unterschied?“).
Google/DeepMind und Anthropic: Forschungserbe und Sicherheitsfokus
Google/DeepMind entwickelte die Transformer-Architektur selbst mit und bringt diese Forschungstiefe in eigene Modelle (Gemini) ein. Anthropic wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet, mit explizitem Fokus auf AI-Sicherheit als Gründungsmotiv – beide bleiben bei proprietären, über API zugänglichen Modellen.
Meta: die offene Gegenbewegung
Meta wählte einen anderen Weg: Mit der Llama-Modellreihe veröffentlicht das Unternehmen die Modellgewichte offen – jeder kann sie herunterladen und selbst betreiben (siehe „Open Source vs. proprietäre KI-Modelle: Was ist der Unterschied?“). Das ist keine Wohltätigkeit, sondern eine strategische Entscheidung: Offene Modelle fördern ein Ökosystem, in dem viele Entwickler auf Metas Technologie aufbauen.
Warum das für dich als Entscheider zählt
Wenn du verstehst, aus welcher Gründungsgeschichte und Strategie ein Anbieter kommt, lassen sich Marketing-Aussagen und Roadmap-Entscheidungen besser einordnen – ein sicherheitsfokussiertes Startup kommuniziert anders als ein kommerzieller Platzhirsch oder eine offene Ökosystem-Strategie. Das ist keine Wertung, sondern ein Werkzeug, um Anbieter-Pitches im Kontext zu lesen (siehe „Anbieter-Pitches durchschauen“).